Cyberpsychologie – Psychologie im Internet
Es fühlt sich so an als wäre das Medium Internet schon immer dargewesen. Ein Leben ohne Emails, soziale Netzwerke und mobilen Internetzugang scheint nur noch schwer vorstellbar. Der Begriff des “Multitaskings” hat nicht nur Einzug in die Lexika vieler Sprachen gehalten, sondern wird zu einer der größten menschlichen Herausforderungen im 21. Jahrhundert.
Die Intensität und Nutzungsdauer des Internets steigt weltweit weiterhin rapide an und die virtuelle Welt ist zu einem zweitem Lebensraum geworden, der neue Möglichkeiten und Rahmenbedingungen setzt. Die virtuelle Realität erfordert veränderte Betrachtungsweisen und neue Ansätze der Psychologie. Auch wenn sich viele Modelle und Theorien der “klassischen Psychologie” noch auf das Verhalten des Menschen im Netz übertragen lassen, so werden schon aufgrund der großen dynamischen Veränderungen des Internets neue Ansätze notwendig. Der Begriff “Cyberpsychologie” beschränkt sich nicht nur auf die virtuelle Welt des Internets, sondern umfasst weitere Medien, die unser Leben nachhaltig beeinflusst haben. Telefone und Mobiltelefone können hier als der Beginn dieser Entwicklung mit eingeschlossen werden.
Die Cyperpsychologie wird zu einem neuen Konzept, das bei der Erforschung menschlicher Erfahrungen und Verhalten im Umgang mit digitalen Medien verhilft. Dabei werden an diese Forschung neue Herausforderungen gestellt und zugleich neue Möglichkeiten an die Hand gegeben. Neue Datenanalyse-Tools und Programme ermöglichen präzisere Messungen, die bisher nicht möglich waren.
Cyberpsychologie.net fokussiert vor allem das Medium Internet und die damit verbundenen Wechselwirkungen, denen wir Menschen ausgesetzt sind. Die virtuelle Realität lässt sich nicht länger mehr auf das Internet beschränken, denn unsere Wahrnehmung und unser Verhalten wird auch in der realen Welt von ihr beeinflusst. Vielmehr findet eine Verschmelzung statt, die isolierte Betrachtungsweisen der beiden Welten erschweren.
Die Sucht nach dem Medium Internet ist nur eines der Themengebiete, mit der sich diese Webseite auseinandersetzt. Die Arbeitsanforderungen des 21. Jahrhunderts machen den Umgang mit dem Medium erforderlich und gestatten nur selten Verweigerung. Die Therapie von Suchtverhalten setzt somit andere Maßstäbe voraus. Zudem bietet das Internet auch neue Therapieformen, die sogenannte Cybertherapie.
Die jüngsten Vorfälle von Cybermobbing-Attacken im Internet verdeutlichen zudem, dass die schöne neue virtuelle Welt ihre Risiken birgt und Raum für bekannte negative Verhaltensmuster bietet.
Neben Foren und Social Communities kann vor allem E-Commerce als eine der treibenden Kräfte für das Wachstum des Internets angeführt werden. Die mit dem E-Commerce verbundene Werbepsychologie stellt eine weitere Thematik dar, die schon sehr früh Aufmerksamkeit fand und Inhalte psychologischer Untersuchungen im Internet wurde. Das psychologische Kaufverhalten der Internet-Nutzer stellt bis heute eine der Kernvariablen dar, die von Konzernen wie Google und Facebook erforscht werden. Detaillierte Daten, wie z.B. Klickpfade ermöglichen umfangreiche Optimierungsstrategien für Webseitenbetreiber, um den Abverkauf der eigenen Produkte zu steigern. Zugleich wird die Verfügbarkeit dieser Benutzerdaten zum zentralen Kriterium bei der Unternehmensbewertung von Online-Firmen. Die vielfach propagierte Anonymität des Internets scheint dabei immer mehr in den Hintergrund zu rücken und durch transparente Nutzerprofile ersetzt zu werden.
Des Weiteren werden erste Theorien und Modelle der Psychologie im Internet obsolet, denn die dynamische Entwicklung des Mediums schreitet weiter voran.Ein Beispiel für eine solche dynamische Veränderung ist das Paradigma der klassischen Internet-Nutzer, die laut Studien bis vor einigen Jahren als introvertiert und sozial isoliert galten. Die Entwicklung von sozialen Netzwerken und die Facebook-Mitgliedschaft von mehr als 700 Millionen Usern weltweit zeigt, dass eine solche Annahme nicht mehr länger haltbar ist.
Der Cyberaktivismus kann als weiteres Phänomen der Internetpsychologie gesehen werden, das spätestens seit der Jasmin-Revolution die Forschung und Politik beschäftigt. Erstmals wurde das Internet für kollektive Handlungen im Rahmen einer gesellschaftlichen Revolution genutzt. Der WikiLeaks-Skandal und die darauffolgenden Attacken auf amerikansiche Konezerne zeigen zusätzlich, dass durch das Internet eine schnelle Mobilsierung der Massen möglich ist.





